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Nebenerwerbsgründungen sind die besseren Existenzgründungen!?

veröffentlicht am 31. Dezember 2013 von in Allgemein, Gründung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat eine Studie "Beweggründe und Erfolgsfaktoren bei Gründungen im Nebenerwerb" veröffentlicht. Die Studie untersucht die Charakteristika, Motive, Hemmnisse sowie den Erfolg von Gründungen im Nebenerwerb auf Basis einer breit angelegten Befragung von 1.200 Teilnehmern.

Gründer im Nebenerwerb sind im Schnitt jünger als Haupterwerbsgründer, höher gebildet, überdurchschnittlich oft weiblich, gründen überproportional häufig in ländlichen Gebieten und besitzen unterdurchschnittlich häufig einen Migrationshintergrund. Ein Viertel wechselt in den Haupterwerb, deren Beschäftigungs- und Innovationseffekte sind doppelt so hoch wie bei einer sofortigen Vollzeitgründung. Das sind Schlaglichter der Studie.

Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:
  • 59 % der Gründungen erfolgten 2012 im Nebenerwerb. Dabei investieren Nebenerwerbsgründer einer Hochrechnung der Studie zufolge jährlich rd. 4,5 Mrd. Euro und schaffen 370.000 Arbeitsplätze. Nebenerwerbsgründer sind somit eine relevante gesamtwirtschaftliche Größe.
  • Nebenerwerbsgründer sind im Haupterwerb überwiegend Angestellte und überdurchschnittlich häufig weiblich. Der Anteil der Gründerinnen lag bei 49 % und damit deutlich über dem Frauenanteil aller Gründungen.
  • Nebenerwerbsgründer verfügen über hohe formale Bildungsabschlüsse (Abitur oder Fachabitur und/oder [Fach-] Hochschulabschluss).
  • Gründungen erfolgen zumeist in unternehmensnahen Dienstleistungen wie Unternehmensberatungen oder Werbeagenturen, in den Bereichen Unterricht, Kultur und Medien sowie IT-Dienstleistungen.
  • Als Motive für die Gründung dominieren ebenso wie bei einer Gründung im Haupterwerb die Nutzung der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen und die Verwirklichung einer Geschäftsidee. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bietet dabei eine finanzielle Absicherung, die das Risiko der Gründung reduziert. Gerade Frauen bietet diese Form der Gründung eine gute Möglichkeit zum Wiedereinstieg in den Beruf und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Hemmnisse werden vor allem in der zeitlichen Doppelbelastung durch die erste Erwerbstätigkeit gesehen. Wichtige Faktoren für das Gelingen der Nebenerwerbsgründung sind daher Organisationsfähigkeit sowie Selbst- und Zeitmanagement und das Aufstellen eines Businessplans.
  • Die Zufriedenheit der Nebenerwerbsgründer ist hoch: Rund 80 % der Gründer würden sich wieder selbstständig machen und 67 % auch wieder im Nebenerwerb. 14 % würden sofort im Haupterwerb gründen. Ein Viertel der Nebenerwerbsgründer plant zudem einen Wechsel vom Neben- in den Haupterwerb.

Die Studie wurde vom Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier in Zusammenarbeit mit der Universität Trier erstellt. Diese finden Sie hier