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Businessplanung hat nichts mit „Kaffeesatz-Leserei“ zu tun!

veröffentlicht am 17. Dezember 2014 von Manuela Glöckner in Businessplan | Unternehmenskonzept, Gründung

Die meisten Gründer sind gut damit beraten, ihr Gründungsvorhaben anhand eines Businessplans zu formulieren. Sei es zur eigenen Sicherheit, oder als verlässliche Planungsgrundlage für Banken und Finanziers. Die Zahlen im Businessplan sind eine der wesentlichen Voraussetzung für die Entscheidung der Bank über die Finanzierung. Doch der Plan muss mehr als ein Alibi für Geldgeber sein.
 

Stellt sich die Frage - was möchte die Bank im Businessplan sehen?


Tragfähigkeit
An erster Stelle für die Bank steht die Tragfähigkeit des Gründungskonzepts. Das heißt, im Vordergrund steht für die Bank zunächst die Frage, ob sich das Geschäft mit dem Existenzgründer auch rechnet und die Idee rentabel mit Gewinn umgesetzt werden kann. Nach der Anlaufphase der Existenzgründung sollte der Umsatz ausreichen, um die laufenden betrieblichen und privaten Kosten zu decken. Ist dies nicht der Fall, mangelt es in der Regel an der Tragfähigkeit des Konzepts.

Zukunftsaspekt
Die größte Herausforderung im Zahlenteil ist der Zukunftsaspekt des Businessplans. Die Höhe Umsätze und Kosten muss möglichst realistisch bestimmt werden. Nicht wenigen Gründern kommt das wie "Kaffeesatz-Leserei" vor. Doch der Zahlenteil hat damit rein gar nichts zu tun. Im Gegenteil! Er ist Ausdruck realistischer Zielsetzung und Planung.

Mein Tipp! Nutzen Sie Erkenntnisse aus Branchenberichten z. B. von Banken oder Kennzahlen von Berufsverbänden. Z. B. die IHK Dresden stellt auf der Grundlage einer Studie zum betriebswirtschaftslichen Ist-Zustand des Hotel- und Gaststättengewerbes zwei Arbeitshilfen zur Verfügung.
Am besten ist es immer, zunächst mit den Kosten zu beginnen, da man diese in der Regel ganz gut abschätzen kann. Das Businessplantool ist sicher hilfreich, da die wichtigsten Kostenpositionen bereits vorgegeben sind. Konkrete Angebote lassen sich z.B. für Versicherungen wie eine Betriebshaftpflichtversicherung oder Krankenversicherung einholen.

Bei der Umsatzplanung geht es um Zahlen, die nur schwer ermittelbar sind, denn woher sollen Sie wissen, wie viel Umsatz Sie in den nächsten Monaten des Jahres machen werden. Der voraussichtliche Umsatz ergibt sich aus der Preiskalkulation und der Mengenplanung (Umsatz = Menge x Preis). Dabei beziffert der Begriff "Menge" die Anzahl der Stücke, Stunden, Tage, Wochen oder was auch immer den Kunden in Rechnung gestellt werden soll. Hier gilt es unbedingt realistisch zu bleiben. Es bringt nichts z. B. Absatzmengen zu verschönigen, so dass am Ende das herauskommt, was herauskommen soll. Ideal ist, wenn sie bereits über Erfahrungswerte aus Ihrer bisherigen Tätigkeit verfügen. Ist das nicht möglich, bleibt nur eine möglichst realistische Schätzung: Wieviel Kunden kann ich bedienen? Wie viel Umsatz kann ich am Tag oder im Monat erzielen? Oder wieviel Stück kann ich zu welchem Preis im Monat verkaufen?

Mein Tipp! Leitet die Umsätz richtig her.
Denn wenn in der Umsatzplanung ein Umsatz aber keine Herleitung dieses Umsatzes steht, dann sind die geplanten Umsätze für Außenstehende - wie etwa Bankberater - nicht nachvollziehbar.

Übrigens: Alle Werte als Nettowerte, also ohne USt. planen.