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Small is beautiful – Existenzgründung im Nebenerwerb

veröffentlicht am 01. Juni 2015 von Marcus Dämmig in Allgemein, Gründung, Recht und Steuern

Nebenerwerbsgründungen boomen. In Sachsen steht seit 2014 jedem Haupterwerbsgründer rein quantitativ ein Gründer im Nebenerwerb gegenüber. Ein Nebengewerbe ist eine selbstständige gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit, welche nicht hauptberuflich oder in Vollzeit ausgeübt wird.

Grundsätzlich ist es für jedermann möglich, sich im Nebenerwerb selbstständig zu machen und etwas Geld hinzu zu verdienen. Wer quasi "nebenbei" selbstständig ist, bei dem muss der erzielte Gewinn auch nicht zwingend ausreichen, um den Lebensunterhalt vollständig zu bestreiten. Die nebenerwerbliche Selbstständigkeit setzt grundsätzlich eine Haupteinkommensquelle voraus. Diese kann unter anderem eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine Arbeitslosigkeit oder ein Studium sein.

Mit einer Nebenerwerbsgründung habt Ihr die Möglichkeiten Euer Einkommen aufzustocken, erste Erfahrungen zu sammeln und den Übergang in die vollberufliche Existenzgründung vorzubereiten. Ferner ist das finanzielle Risiko vorerst überschaubar. Dennoch ist es ratsam, dass Ihr im Vorfeld eine Marktanalyse betreibt und einen Businessplan aufstellt.

Vor der Aufnahme einer Selbstständigkeit ist es trotzdem unerlässlich, dass Ihr Euch genau informiert. Einige Stolpersteine bzw. Themen die berücksichtigt werden müssen stellen wir hier kurz dar.

Nebenerwerb nur "Nebensache"?
Auch Nebenerwerbsgründungen müssen beim Gewerbeamt angemeldet werden und unterliegen ebenso den gesetzlichen Erfordernissen und Erlaubnispflichten wie eine Gründung im Vollerwerb. Zulassungsbeschränkungen für gewisse Branchen und Bereiche gelten auch für ein Nebengewerbe.
Handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit, muss beim Finanzamt eine Steuernummer beantragt werden.

Kleine oder keine Steuer im Nebenerwerb?
Die Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit müssen gegenüber dem Finanzamt angegeben werden. Folgende Steuerarten sind relevant:
  • Einkommensteuer
  • Gewerbesteuer
  • Umsatzsteuer
     
Nebenerwerb und sozialversicherungsrechtliche Aspekte
Eine einfache Antwort auf dieses Thema gibt es nicht wirklich. Ihr müsst beachten, dass sowohl die Renten- als auch die Krankenversicherungspflicht immer im Einzelfall zu bewerten sind.
  • Wenn Ihr studiert …
  • Wenn Ihr arbeitslos seid …
  • Wenn Ihr noch angestellt seid …

Bis zu einem gewissen Umfang hat eine selbstständige Tätigkeit z. B. bei abhängig sozialversicherungspflichtig Beschäftigten keine Auswirkungen auf die beiden Versicherungszweige Pflege- und Krankenversicherung. Eine Rentenversicherungspflicht gilt zunächst nur für diejenigen Personen, die als Arbeitnehmer gegen Vergütung beschäftigt sind. Es gibt jedoch auch eine Reihe von selbstständigen Tätigkeiten, die nach §2 SGB VI grundsätzlich versicherungspflichtig sind.

Mein Tipp! In unserem Merkblatt Nebenerwerb findet Ihr erste Informationen zu diesem Thema.