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Alles, nur kein Unternehmer? Vom Künstler bis zum Designer - Kreative gründen anders!

veröffentlicht am 10. Juni 2015 von Marcus Dämmig in Allgemein, Gründung

"Kreative sind alles, nur keine Unternehmer!" Warum diese Überschrift? Wer seine Kreativität in bare Münze umsetzt, wird doch unternehmerisch tätig. Ein Stück weit liegt es in der Branche begründet. Auf der einen Seite Kreativität und auf der anderen Seite Unternehmertum - die hier aufeinander prallen. Denn dort aber, wo der Kommerz beginnt, hören für einige Kultur- und Kreativschaffende die Kreativität und der Spaß auf. Die Vorstellung, nicht allein als kreativ denkender und schaffender Mensch, sondern auch als geschäftstüchtiger kühler Rechner auftreten zu müssen, stößt bei einigen auf wenig Gegenliebe.

Wenn wir von Kreativen reden, so meinen wir die Vielzahl von Autoren, Filmemachern, Musikern, Architekten, Designern, Werbefachleute, Entwickler von Computerspielen (mehr als ein Viertel der Kreativen gründen im Bereich Software- und Games-Industrie) - und natürlich auch diejenigen, die sich mit ihren Geschäftsideen und Produkten kaum in den klassischen Sparten "unterbringen" lassen. Zusammengefasst: ein bunter, heterogener Kosmos.

Aber eines steht fest. Ihr Kreativschaffende, die Ihr auf eigene Faust und ohne Festanstellung versucht, Eure Kreativität in bare Münze umzusetzen, werdet unternehmerisch tätig und braucht Umsatz und Gewinn. Letztlich geht es auch bei Euch darum, die berufliche Selbstständigkeit so zu gestalten, dass Ihr nicht nur Eure Ideen umsetzt, sondern davon auch den Lebensunterhalt bestreiten könnt. Die Rentabilität der kreativen Arbeit muss stimmen.

Wie jeder beruflich Selbstständige müsst Ihre Euch u. a. mit Fragen der Planung, des Marketings, der Finanzierung und Preisgestaltung beschäftigen. Hier mal einige Beispiele:
  • Wie viel muss ich monatlich verdienen?
  • Wie kann ich meine Werke präsentieren?
  • Wo kann ich als Musiker auftreten?
  • Aus welchen Quellen kann ich meine Theaterprojekte finanzieren?
  • Welche persönliche Absicherung ist für einen freiberuflichen Architekten wichtig?

Nachfolgend mal einige typische Überlegungen vor dem Start.
 
 

Wer hilft mir auf dem Weg in die Selbständigkeit?

Als Newcomer könnt Ihr nicht alle Aufgaben überblicken. Es gibt vielfältige und gute Beratungsangebote die zum Teil auf die Bedürfnisse der Kultur- und Kreativwirtschaft ausgerichtet sind. Einige Beispiele
 
 

Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Zu welcher Kategorie Ihr gehört, hat steuerliche, rechtliche und bürokratische Folgen.
Autoren, Architekten, Künstler, Designer: Die meisten Kultur- und Kreativberufe gehören zu den Freien Berufen. Wer allerdings einen Verlag, eine Galerie, eine Werbeagentur gründet oder Computerspiele entwickelt, gehört - in der Regel - zu den Gewerbetreibenden.
Die Abgrenzung ist nicht immer einfach. Zum Beispiel in der Fotografie oder auch im Webdesign kommt es häufig zu unterschiedlichen Einschätzungen.

Im Zweifelsfall entscheiden die Finanzämter darüber, ob eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit ausübt wird.

Viele Branchen sind unter dem Dach der Kreativwirtschaft angesiedelt. Die Anforderungen in den einzelnen Teilbranchen aber oft recht unterschiedlich. In den Merkblättern der IHK Berlin findet Ihre die wichtigsten Informationen zu Unternehmensgründungen in der Kreativwirtschaft: Von der Galerie über das Musiklabel bis zur PR-Agentur.  
 

Zu welchem Preis/Honorar kann ich meine Leistung anbieten?

Eine sehr wichtige Frage, die je nach Tätigkeit und Branche unterschiedlich beantwortet wird. Zum Teil gibt es feste Honorare, beispielsweise im Medienbereich oder in der Architektur, zum Teil können Preise frei ausgehandelt werden.
Wichtig ist in jedem Fall: Der Preis bzw. das Honorar muss Eure Kosten decken. Ums Rechnen kommt Ihr also nicht herum. Ihr müsst feststellen, wie viel Ihr einnehmen müsst, um Euren monatlichen Lebensunterhalt und die betrieblichen Kosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen.

Sind 20 Euro Stundenhonorar nicht ein bisschen übertrieben? Sind 7% Mehrwertsteuer für ein Logo richtig? Muss ich eine Rechnung unterschreiben?

Mein Tipp! Gründerfibel des Bundesverband der Kommunikationsdesigner
Die BDG-Gründerfibel wird aus Designern keine passionierten Kaufleute machen. Doch das liebevoll gestaltete Buch vermittelt auf seinen 68 Seiten Grundwissen, das für selbstständige Designer und Designerinnen überlebensnotwendig ist. Ein Kernstück der Fibel ist die Frage nach dem angemessenen Honorar. www.bdg-designer.de

Ein kühler Kopf und klare Zahlen sind zwar keine Garantie für eine erfolgreiche Selbständigkeit - sie tragen aber auf jeden Fall ganz entscheidend dazu bei, das Risiko, jahrelang mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen, zu minimieren.

Mehr zu dem Thema Gründung in der Kreativwirtschaft findet Ihr auch in meiner Quelle, der Broschüre  Alles, nur kein Unternehmer?Tipps für Gründerinnen, Gründer und Selbständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Auch die Website www.kultur-kreativ-wirtschaft.de des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie liefert wichtige Fakten und Hintergründe rund um das Thema.