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Ver(un)sichert? # 4: Auswahl und Abschluss von Versicherungen

03.02.2016

Das solltet Ihr bei der Auswahl und dem Abschluss von Versicherungen beachten.

Verschiedene Angebote einholen
Versicherungen sind unterschiedlich bei Leistungen, Preisen und Bedingungen. Holt darum zu jeder Versicherung verschiedene Angebote ein. Die günstigsten Anbieter findet Ihr in aktuellen Vergleichen (z. B. der Stiftung Warentest oder in Magazinen wie Capital, Focus, Cash, Manager Magazin, WirtschaftsWoche, Impulse u. a.).



Versicherungsleistung prüfen
Für das Angebot betrieblicher Versicherungen muss sich ein Versicherungsvertreter Euren Betrieb genau ansehen. Ihr solltet Euch sich im Anschluss daran bestätigen lassen, dass alle relevanten Risiken berücksichtigt wurden. Achtet beim Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung auf eine ausreichende Deckungssumme.

Abstimmen: gesetzliche und private Versicherungen
Informiert Euch bei persönlichen Versicherungen vor dem Abschluss privater Verträge über gesetzliche Versicherungen. Wie ist das Zusammenspiel oder die Konkurrenz von gesetzlichen Versicherungsträgern und privaten Versicherungsunternehmen?
Grundregel sollte sein: Immer erst mit gesetzlichem Rentenversicherungsträger und gesetzlicher Krankenkasse sprechen. Eine vorschnelle Abkehr von gesetzlichen Versicherungen kann später Nachteile haben (z. B. Verlust von bereits erworbenen Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung, keine Rückkehrmöglichkeit in die günstigere gesetzliche Krankenversicherung im Alter).

Vorsicht bei "Paketlösungen"
Jeder Versicherungsschutz sollte auf Eure speziellen Probleme abgestimmt sein. Häufig führt Zeitmangel zu der Suche nach schnellen Lösungen und zum Einkauf von kompletten Versicherungspaketen (Rundumversicherungsschutz). Ihr enthaltet dabei allerdings nicht selten neben den gewünschten Versicherungen noch zusätzliche Verträge, die Ihr im Normalfall als "nicht so wichtig" eingestuft hättet.

Korrekte Antragstellung
Das Antragsformular muss vollständig ausgefüllt sein. Fehlende Angaben im Versicherungsantrag müssen vor Eurer Unterschrift vollständig ergänzt sein.
Wenn nicht: Ihr haftet als Antragsteller für alle gemachten und auch fehlenden Angaben im Antrag. Nur die korrekte Antragstellung ist die Voraussetzung für den Wunsch-Vertrag.

Deckungszusage fordern
Die Erstellung von Policen dauert oft lange. Besteht deshalb auf einer schriftlichen Deckungszusage ab dem Tag der Antragstellung. Der Beitrag wird vom Versicherer zwar dann auch ab diesem Zeitpunkt berechnet. Aber nur so könnt Ihr sicher sein, dass die Schäden bis zur Vorlage der Police auch wirklich versichert sind.

Police prüfen
Spätestens mit Ausfertigung der Police solltet Ihr noch einmal überprüfen, ob das im Versicherungsvertrag Vereinbarte vollständig ist und im Schadensfall tatsächlich zu einer Leistung führt. Abweichungen der Police von den im Antrag getroffenen Vereinbarungen muss der Versicherer kenntlich machen.

Wenn Ihr nicht innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt des Dokuments einer derartigen Abweichung schriftlich widersprecht, gilt diese als genehmigt; bei Lebensversicherungen gilt eine Frist von 30 Tagen. Lasst Euch Vertrag und Police ggf. durch einen unabhängigen Berater prüfen.

Beitrag pünktlich zahlen
Der erste Beitrag ist fällig, wenn Ihr den Versicherungsschein vom Versicherer erhalten. Ihr müsst ihn ohne Verzug bezahlen.
Der Grund dafür ist: Ein Versicherungsvertrag kommt ab dem vereinbarten Zeitpunkt nur zustande, wenn unverzüglich (die Rechtsprechung sagt hier: innerhalb von fünf Tagen) gezahlt wird.

Schadensverhütung spart Geld
Für Maßnahmen zur Schadensverhütung gewähren Versicherungen Prämienrabatte. Wenn für einen gewissen Zeitraum keine Schadensfälle aufgetreten sind, kann mit dem Versicherer ein schadensverlaufsabhängiger Abschlag vereinbart werden. Die Vereinbarung, kleinere Schäden aus eigener Tasche zu zahlen, spart ebenfalls Geld.

Quelle: GründerZeiten 05 - Versicherungen, BMWi

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