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Der Businessplan - das muss drin sein!

veröffentlicht am 05. Oktober 2015 von Stefan Heilmann in Businessplan | Unternehmenskonzept, Gründung, Tipps und Tricks

Ihr wollt unabhängig von einem Chef Euer eigenes Ding machen? Das ist gut so, denn Sachsen braucht neue Gründer! Der Schritt in die Selbständigkeit sollte aber bitte reiflich überlegt sein. Ein erprobter Weg, seinen Gedanken zur Gründung eine Struktur zu geben, ist das Schreiben eines Geschäfts- oder Businessplans. Doch Vorsicht, hier lauern Tücken.

Spätestens wenn es an die Kapitalakquise geht, verlangen potentielle Geldgeber eine fundierte Planung, damit sie ihr Kapital in guten Händen wissen. Aber die Unternehmensplanung soll ja nicht nur Selbstzweck sein. Für die eigene Entwicklung ist es enorm wichtig, Ziele  definiert zu haben und sich in periodischen Abständen daran zu messen. Das schafft Planungssicherheit und sorgt für ein stabiles Fundament des Unternehmens. Der Businessplan erfüllt also auch eine Kontroll- und Anreizfunktion.

Im Businessplan sollten möglichst alle funktionalen Bereiche im Unternehmen beleuchtet und mit Fakten bzw. plausiblen Planwerten unterlegt werden. Als Hilfestellung bietet die folgende Auflistung einen Überblick über Themen, die bearbeitet werden sollten.

Executive Summary
Das Beste zu Beginn. Der Businessplan ist Eure Visitenkarten gegenüber allen, die mit Eurer Idee, Eurem Unternehmen (noch) nichts zu tun haben. Diese Zusammenfassung soll Interesse wecken, weiterzulesen. Das heißt: Kurz fassen, fokussiert schreiben, alle wichtigen Aspekte des Businessplans berücksichtigen. Darin liegt genau die Herausforderung.

Geschäftsidee
Im Anfang war - die Idee. So sollte jede Gründung beschrieben werden können. Beschreibt für einen Dritten verständlich, was Ihr vorhabt und welche Mehrwerte Eure Produkte oder Dienstleistungen potentiellen Kunden bringen. Zudem sollte dargelegt werden, wie es zur Entwicklung der Geschäftsidee kam und wieso man glaubt, mit dieser Idee Erfolg haben zu können. Was macht die Idee besonders; was ist das Alleinstellungsmerkmal? Und ganz wichtig: Wie verdient Ihr mit der Idee nachhaltig Geld?

Gründerprofil
Hier stellt Ihr Euch als Gründer vor, insbesondere sollten dabei Eure Stärken und Schwächen, berufliche Erfahrungen, Kompetenzen, Branchenkenntnisse und fachlichen Qualifikationen berücksichtig werden. Ihr seid motiviert? - Dann beschreibt das!

Markt und Wettbewerb
Kennt ihr schon Euren Zielmarkt? Klärt Marktpotential, Marktvolumen und Marktanteile der Wettbewerber, um eine plausible Kalkulationsbasis zu haben. Nutzt Studien öffentlicher Stellen, von Forschungsinstituten oder Marktforschungsunternehmen und bringt unbedingt eigene Erfahrungen ein, um den Zielmarkt bzw. die Zielmärkte einzugrenzen. Vergesst nicht, die Prognose für die künftige Marktentwicklung in die Planung einfließen zu lassen.

In diesem Teil des Businessplans geht es genau darum, zu zeigen, dass Ihr den Markt kennt. Eine gute Kenntnis der Kunden und ihrer Bedürfnisse sowie ein Überblick über die Wettbewerbssituation sind dafür notwendig. Ganz praktisch eignen sich empirische Erhebungen, als Befragungen von möglichen Zielkunden etwa. Achtet auf eine ausreichende Grundgesamtheit, damit aus den Antworten Sinnvolles abgeleitet werden kann.

Eine Standortanalyse kann bei der Wahl des geeigneten point of sale unterstützen. Für die Marktbetrachtung ist auch eine Wettbewerbsanalyse notwendig. Beantwortet hier die Frage, wer artgleiche Produkte oder Dienstleistungen in Eurem geplanten (geografischen) Marktumfeld ebenfalls anbietet. Achtet auch auf Substitute, die Eurem Geschäftsmodell erst auf den zweiten Blick gefährlich werden können. Zur Identifizierung solcher Beziehungen eignet sich bspw. das Modell "Fünf Triebkräfte des Wettbewerbs" von Michael Porter.

Generell empfiehlt es sich, im Sinne des strukturierten Arbeitens Denkmodelle zu verwenden, beispielsweise unterstützt die SWOT-Analyse.

Marketing und Vertrieb
Ein weiteres wichtiges Element ist eine schlüssige Planung der Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Hierbei geht es um die überzeugende Darstellung der Strategie für den Markteintritt, des Absatzkonzeptes und der geplanten Maßnahmen zur Absatzförderung.

Man kann sich bspw. des PPPP-Modells bedienen, um nichts zu vergessen - das meint Produkt, Preis, Platzierung und Promotion. Definiert Eure Produkte oder Leistungen, so dass der Kunde genau erkennt, was er geboten bekommt. Beachtet auch, dass Produkte einem Lebenszyklus unterliegen und sich wandeln müssen. Legt diesen realistische, auskömmliche Preise zugrunde. Plant mehrere Marketing-Kanäle zu bedienen, Euch aber nicht zu "verzetteln".

Rechtliche Grundlagen und Unternehmensorganisation
Vor der Gründung muss immer geprüft werden, ob die beabsichtigten Tätigkeiten erlaubnispflichtig sind. Grundsätzlich herrscht Gewerbefreiheit, aber einige Tätigkeiten sind reglementiert. Fragt dazu in der IHK nach.
Zeigt dann auf, wer all die zuvor genannten Leistungen erbringen soll (Personalplanung) und in welcher organisatorischen Ausgestaltung das Unternehmen aufgestellt werden soll.

Finanzplanung und Finanzierung
Am Ende sollen sich die Annahmen aus dem verbalen Teil im Zahlenwerk widerspiegeln. Die drei Hauptelemente sind der Rentabilitätsplan, der Liquiditätsplan sowie eine Planbilanz. Ziel ist es, das Geschäftskonzept daraufhin zu überprüfen, ob es tatsächlich rentabel und finanzierbar ist. Außerdem muss die Finanzierungstrategie zum benötigten Kapital passen (Kapitalbedarfsplanung). Bedenkt, dass neben den reinen Investitionskosten auch Betriebsmittel eingeplant werden müssen. Man sollte überschlägig so kalkulieren, dass der Geschäftsbetrieb für das erste halbe Jahr mit dem Startkapital gesichert ist.

Weitere Informationen findet Ihr hier im Sie besitzen keine Lizenzrechte für diese Funktion! und der Broschüre Gründen in Sachsen, die über die IHK bezogen werden kann.