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Anmeldung und Start der Geschäftstätigkeit

veröffentlicht am 25. Februar 2016 von Manuela Glöckner in Allgemein, Gründung, Recht und Steuern, Tipps und Tricks

Wenn Ihr Euer Unternehmen startet, müsst Ihr es anmelden. Dabei gibt es Unterschiede, je nachdem, ob man zu den Gewerbetreibenden oder zu den Freiberuflern gehört.

Gewerbeamt
Als zukünftige Gewerbetreibende müsst Ihr Euch beim Gewerbeamt anmelden. Auch die Übernahme eines bestehenden Gewerbebetriebes muss angemeldet werden. Mit der Gewerbeanmeldung werden in der Regel automatisch auch das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, die Berufsgenossenschaft und das Statistische Landesamt informiert. Nehmt aber trotzdem mit diesen Behörden Kontakt auf, um die Anmeldeformalitäten zu beschleunigen und auftauchende Fragen direkt zu klären.

Von einer Anmeldung beim Gewerbeamt ausgenommen sind Freiberufler (z. B. Rechtsanwälte, Ärzte, Künstler) sowie Land- und Forstwirte.

In vielen Fällen ist die Anmeldung eines Gewerbes erlaubnisfrei, d. h. es muss keine weitere Erlaubnis seitens des Gewerbeamtes erteilt werden. Das Gewerbeamt bestätigt lediglich die Anmeldung, in der Regel innerhalb von drei Tagen. Einschränkung: Wird ein überwachungsbedürftiges Gewerbe ausgeübt, so verlangt das Gewerbeamt zusätzlich zur Anmeldung ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters. Wichtig: Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldebestätigung zugeschickt hat, kann das Gewerbe im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers oder einer mit der Leitung des Betriebes beauftragten Person nicht gewährleistet ist
Für bestimmte Gewerbe sind eine besondere Erlaubnis und für eine Reihe von freien Berufen eine Zulassung zur Berufsausübung erforderlich. Sie müssen vor Beginn der Tätigkeit eingeholt werden.

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Finanzamt
Das Finanzamt muss über jede Unternehmensgründung informiert werden. Wie bereits geäußert wird in der Regel über den Start eines Gewerbes vom Gewerbeamt informiert. Als Freiberufler müsst Ihr Euch hier selbst anmelden.
Nach der Meldung schickt Euch das Finanzamt einen "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" zu. Darin sind  Angaben zur geplanten Tätigkeit und zu den erwarteten künftigen Umsätzen und Gewinnen zu machen. Ihr solltet dabei sorgfältig vorgehen und Eure Umsatz-und Gewinnerwartungen realistisch einschätzen. Fallen Eure Gewinne nämlich deutlich höher aus, drohen im Jahr danach größere Steuernachzahlungen.

Wenn Ihr den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" ausgefüllt haben, teilt Euch das Finanzamt Eure Steuernummer zu. Außerdem entscheidet es darüber, ob Eure Tätigkeit gewerblich oder freiberuflich ist.

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Unter Umständen kann diese Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt vom Finanzamt im Rahmen einer Betriebsprüfung revidiert werden.

Handelsregister
Eine Eintragung ins Handelsregister ist dann Pflicht,
  • wenn Ihr eine Rechtsform gewählt habt, die ins Handelsregister eingetragen werden muss: z.B. eine GmbH oder eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt);
  • wenn Ihr bei anderen Rechtsformen zu den Kaufleuten zählet.

Die Eintragung ins elektronische Handelsregister übernimmt in aller Regel der Notar.

Partnerschaftsregister
Im Partnerschaftsregister müsst Ihr Euch eintragen, wenn Ihr Euch als Freiberufler für die Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft entschieden habt. Die Eintragung ins elektronische Partnerschaftsregister übernimmt in aller Regel der Notar.

Kammern
Als Gewerbetreibender werdet Ihr automatisch Mitglied Eurer zuständigen Industrie-und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK). Auch für einige freie Berufe gilt eine Pflichtmitgliedschaft in der zuständigen Berufskammer.

Krankenversicherung
Selbstständige müssen, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch, krankenversichert sein: entweder in der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung.

Rentenversicherung
Für bestimmte Gruppen von Selbstständigen besteht Rentenversicherungspflicht. Hierzu gehören z. B. Handwerker, Künstler und Publizisten, Hebammen, selbstständige Lehrer und Erzieher (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI).

Berufsgenossenschaft
Selbstständige müssen sich in der Regel in der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden und versichern. Die Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Angestellte müssen auf jeden Fall in ihrer Berufsgenossenschaft versichert werden.

Gesetzliche Anforderungen beachten
Darüber hinaus sind die gesetzlichen Anforderungen zu beachten. Dies betrifft z. B. den Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten, den Umweltschutz, den Denkmalschutz usw. Bei diesen behördlichen Prüfungen kann es zu Zeitverzögerungen und Mehrkosten kommen.

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Quelle: GründerZeiten 36, BMWi