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Ideen mit Diplom

veröffentlicht am 23. März 2016 von Manuela Gogsch in Allgemein, Gründung, Tipps und Tricks

Ideen und Erfindungen haben schon immer die Welt verändert und das Leben leichter gemacht. Doch damit aus Ideen auch Realität wird, braucht es Menschen mit Mut, Tatkraft, Kreativität und Beharrlichkeit. Hochschulabsolventen als Unternehmensgründer - das war lange Zeit vor allem eine Angelegenheit von Architekten oder Juristen, die sich auf freiberuflicher Basis selbständig machten. Doch in letzter Zeit gründen vermehrt auch Absolventen technologieorientierter Fachrichtungen.
Durch Ausgründungen aus Hochschulen oder öffentlichen Forschungseinrichtungen können Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte umgesetzt werden. Eine gute Idee zu haben ist eine Sache. Diese erfolgreich umzusetzen eine andere.

Vorbereitende Angebote der Hochschulen

Wenn Ihr Euch bereits vor Beginn des Studiums mit der Idee einer späteren Existenzgründung anfreunden könnt, solltet Ihr Euch das Angebot Eurer Hochschule Universität genauer ansehen.

Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen die Hochschulen zu erreichen, dass sich die eigenen Studenten, Absolventen und Angestellten mit der Option Selbstständigkeit auseinandersetzen. Gründungsinitiativen, Gründerwettbewerbe, Seminare und Vorlesungen zum Thema sind immer häufiger in der Hochschullandschaft zu finden.

Zum Teil sind die Angebote auf Wirtschaftswissenschaftler zugeschnitten, teilweise richten sie sich auch ausdrücklich an andere Fachrichtungen. Auch in Sachsens Hochschulen werdet Ihr als potenzielle Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

Bei den folgenden vier Projekten findet Ihre Unterstützung
  • dresdenexists
    Das Projekt Standard Start-up Unterstützung für die Wissenschaftseinrichtungen in Dresden der TU Dresden legt einen verstärkten Fokus auf die Überführung von Ergebnissen aus der Forschung in die wirtschaftliche Anwendung. So wird z.B. die Identifizierung geeigneter Anwendungsfelder von Forschungsergebnissen über die Durchführung sogenannter Potenzialworkshops weitergeführt. Zielgruppen sind Forscherteams an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
    Projektpartner sind die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, das Leibniz-Institut für Polymerforschung und das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung
  • SAXEED 
    Das Projekt SAXEED.PLUS der TU Chemnitz betreibt ein gezieltes Technologiescouting an den Instituten bzw. Lehrstühlen, um Gründungspotenziale aufzuspüren und die Verwertung von Forschungsergebnissen in Produkte und Dienstleistungen anzuregen.
    Projektpartner sind die TU Bergakademie Freiberg, die Hochschule Mittweida und die Westsächsische Hochschule Zwickau.
  • SMILE
    Das Projekt SMILE der Universität Leipzig erweiterte das bisherige Partnernetzwerk, der HHL Leipzig Graduate School of Management und des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung, um das Deutsche Biomasseforschungszentrum und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie und erschließt somit zusätzliche Potenziale für technologieorientierte Unternehmensgründungen.
  • Gründerakademie 2015 - 2017
    Das Projekt Gründerakademie 2015 - 2017 der Hochschule Zittau/Görlitz bietet auch einen Zugang für Teilnehmer aus dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau und einer zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der TU Dresden.
     
Gründungen aus der Hochschule "funktionieren" grundsätzlich nach den gleichen Regeln wie alle anderen Gründungen auch.

Damit Euer Vorhaben tatsächlich gelingt, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden. Immer wieder gibt es gute Geschäftsideen von Hochschulabsolventen mit naturwissenschaftlichem oder technischem Hintergrund, doch unterschätzt wird häufig der lange Weg bis zum fertigen Produkt und zur Markteinführung. Hierzu braucht Ihr nicht nur einen langen Atem, sondern meist auch einen externer Kapitalgeber. Vor allem für ein technologieorientiertes Unternehmen benötigt Ihr viel Kapital. Mit einem passenden Finanzplan - der auch staatliche Fördermittel, Bürgschaften und Beteiligungskapital berücksichtigt - können hohe Forschungs-, Entwicklungs- und Investitionskosten gedeckt werden.

Großes Fachwissen wird Euch kaum einer abstreiten, aber kaufmännisches Wissen ist für den Erfolg einer Existenzgründung genauso wichtig wie Euer fachliches Know-how. Vielfach fehlen Kenntnisse darüber, welche Produkte oder Dienstleistungen am Markt bestehen können oder ob es Wettbewerber mit einem ähnlichen Angebot gibt.

Einige Besonderheiten möchten wir Euch noch mit auf den Weg geben.

Start im Nebenerwerb |Beruflich selbstständig während des Studiums

Schon während Eures Studiums könnt Ihr mit einem Nebenerwerb Eure zukünftige berufliche Selbstständigkeit aufbauen bzw. Euch zu BAföG und Kindergeld etwas hinzuverdienen. Der "Studentenstatus" bringt allerdings einige sozialversicherungsrechtliche Besonderheiten mit sich. Die maximale Arbeitszeit der nebenberuflichen Selbstständigkeit von 20 Stunden/ Woche oder den Zeitraum von 2 Monaten bzw. 50 Arbeitstagen innerhalb eines Jahres dürft Ihr nicht überschreiten.

Die meisten Studenten sind über ihre Eltern familienversichert und zahlen daher keine zusätzlichen Krankenkassenbeiträge. Dies kann unter bestimmten Voraussetzungen auch so bleiben. Entscheidend sind die Kriterien der Nebentätigkeit und die Einhaltung von Einkommensgrenzen. Ihr solltet daher frühzeitig Eure Krankenkasse über Eure Selbstständigkeit und später auch über Eure Einkommensentwicklung (z.B. durch Vorlage eines Einkommensteuerbescheids) informieren.

Die Höhe der erzielten Einnahmen spielt auch bei der Berechnung, Gewährung und Auszahlung von staatlichem Kindergeld und BAföG eine nicht unwesentliche Rolle. Auch hier empfehlen wir Euch die rechtzeitige Kontaktaufnahme mit der zuständigen Familienkasse und dem Studentenwerk. So vermeidet Ihr unangenehme Kürzungen oder gar Rückzahlungen.

Forschungsergebnisse mit Gewinn vermarkten | Herausforderung: wissens- und forschungsintensive Gründungen

Bei Naturwissenschaftlern und Technikern läuft die Existenzgründung oft über Ausgründungen aus Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Spin-offs). Die Gründer von Spin-offs verlassen die Universität - oder auch ein Unternehmen - um sich mit der Geschäftsidee, die auf entsprechenden Forschungsergebnissen beruht, selbstständig zu machen. In einem solchen Fall müsst Ihr sicherstellen, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse von der Organisation, in der sie entwickelt wurden, zur wirtschaftlichen Verwertung freigegeben werden.

Ziel ist es die Forschungsergebnisse in kleinen Unternehmen wesentlich schneller in marktfähige Produkte umzusetzen und die Marktpotenziale besser zu erschließen. Damit Euch dies gelingt, prüft inwieweit Ihr öffentliche finanzielle Förderhilfen wie den EXIST-Forschungstransfer, das EXIST-Gründerstipendium oder auch das sächsische Technologiegründerstipendium nutzen könnt.