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Gründerinitiativen # 3: Gründungsunterstützung für sozial-innovative Ideen

veröffentlicht am 19. Oktober 2016 von in Gründung, Gründerinitiativen | Wettbewerbe

Takadimi, mormor oder interaction heißen die Unternehmen, die mit Unterstützung des Social Impact Labs in Leipzig gegründet werden konnten oder sich gerade in der Gründung befinden. Dahinter verbergen sich junge Startups, die Musikschüler mit Lehrern verbinden, Möbel für Menschen im Alter mit körperlichen Einschränkungen entwickeln oder eine Online-Plattform für kulturellen Austausch zwischen Geflüchteten und Nicht-Geflüchteten aufbauen wollen. Immer im Fokus liegt dabei der sozialunternehmerische Gedanke: Kann die Idee zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen?

Bundesweiter Ausbau

In den letzten vier Jahren wurden in Deutschland mehrere solcher Gründungszentren von der Social Impact gGmbH aufgebaut, so auch in Berlin, Potsdam, Hamburg und Frankfurt. Die Social Impact gGmbH, unter Geschäftsführer Norbert Kunz, engagiert sich seit über 20 Jahren in der Gründungsunterstützung für sozial benachteiligte Personen sowie in der Gründungsberatung. Für sein Engagement wurde Kunz jüngst im November 2015 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Zitat:"Soziales Unternehmertum braucht andere Finanzierungsmodelle"] Mit dieser langjährigen Expertise im Bereich des Sozialunternehmertums kam die Erkenntnis, dass Social Entrepreneurship anderen Unterstützungsstrukturen unterliegt, als andere Wirtschaftsbereiche: "Soziales Unternehmertum braucht andere Finanzierungsmodelle und das ist etwas, woran wir während des Stipendienprogramms intensiv arbeiten", erläutert Markus Bittner, Standortleiter des Social Impact Labs in Leipzig.

Gründungszentrum Leipzig

Das Programm "selbst & ständig" richtet sich an junge Menschen bis 27 Jahre, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. "Wir verstehen uns als Lobby für junge Gründer. In diesem Programm kommen Personen zu uns, die nicht auf dem klassischen Arbeitsmarkt Fuß fassen können, aber eine gute Idee haben," erklärt Bittner. Den Teilnehmern wird bei Eignung ein persönlicher Berater zur Seite gestellt, der individuell die Konzeption der Idee begleitet. Das Stipendium "sozial & gründer" hingegen spricht sozialinnovative Startups in Leipzig und Umgebung an und unterstützt die angehenden Gründer bei der Entwicklung ihres Unternehmens. Insgesamt können so bis zu 16 Gründerteams pro Jahr, je über einen Zeitraum von acht Monaten gefördert werden.

Einer der Stipendiaten ist Thomas Haubner. Sein Unternehmen "tutory.de", eine Software für Unterrichtsmaterialien mit offenen Inhalten, ging im Dezember letzten Jahres an den Test-Start. "Auch nach Ablauf des Stipendiums werden wir den Co-Working space weiterhin nutzen. Insbesondere für den Aufbau eines Netzwerks war die Zeit hier sehr hilfreich. Man ist Teil einer Community und unterstützt sich gegenseitig", resümiert Haubner seine Erfahrungen im Lab.

Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft

Bei allen Projekten steht jedoch immer auch der ökonomische Aspekt im Vordergrund: Nach Ende des Stipendiums sollen die Unternehmen wirtschaftlich aufgestellt sein, um nachhaltig sozial wirken zu können. Dafür bedarf es an Partnern aus der Region: "Wir wollen uns stärker mit der Wirtschaft in Leipzig vernetzen. Dadurch entstehen Synergieeffekte, von denen beide Seiten langfristig profitieren können", so Bittner.  

www.leipzig.socialimpactlab.eu/
Interview mit Markus Bittner, Standortleiter des Social Impact

Autor: Manfred Schulze