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Existenzgründungen in Sachsen - Talfahrt gebremst, aber Schwäche dauert an

veröffentlicht am 13. Mai 2016 von in Allgemein, Gründung



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Das Sächsische ExistenzgründerNetzwerk (SEN) veröffentlichte zum fünften Mal seit 2012 den Sächsischen Gründerreport. Danach suchten im zurückliegenden Jahr 11.129 Gründer den Weg in die hauptberufliche Selbstständigkeit. Damit liegt die Zahl der Vollerwerbsgründungen in etwa auf dem Niveau von 2014 (11.181). Mit 5.888 Gründungen Kleingewerbetreibender (2014: 5.802) stieg deren Anteil an allen Existenzgründungen* von 52 auf 53 Prozent. Mit 3.777 Betriebsgründungen ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um vier Prozent zu verzeichnen. Ihr Anteil an allen Existenzgründungen liegt jetzt bei 34 Prozent. Mit 1.468 Gründungen im Zuge einer Unternehmensnachfolge (2014: 1.449) weisen diese eine positive Entwicklung auf. Ihr Anteil ist mit aktuell 13 Prozent um sechs Prozentpunkte gestiegen. Die Zahl der Gründungen im Nebenerwerb lag 2015 bei 11.365. Trotz eines leichten Rückgangs (2014: 11.597) übersteigen die Nebenerwerbsgründungen die Existenzgründungen im Vollerwerb erneut deutlich.     Trotz der seit drei Jahren zu beobachtenden stabilen Gründungszahlen übersteigt die Zahl der vom Markt ausscheidenden Unternehmen nach wie vor deutlich die der Neugründungen. Der Negativsaldo verharrt seit 2012 auf etwa gleichem Niveau und beträgt aktuell -2.888 (2014: -2.923).

Wie bereits im Vorjahr fanden auch 2015 allein 65 Prozent aller Haupterwerbsgründungen im Baugewerbe (2.656), im Handel (2.121), in der Gastronomie/Beherbergung (1.318) und in den wirtschaftlichen Dienstleistungen (1.089) statt.

Freie Berufe
Bei den Freien Berufen, dazu zählen Heilberufe (z. B. Ärzte, Zahnmediziner, Physiotherapeuten), technische und naturwissenschaftliche Berufe (z. B. Architekten, Ingenieure), rechts-, wirtschafts- und steuerberatende Berufe und die freien Kulturberufe existiert eine kontinuierlich erhobene Gründungsstatistik erst seit 2012. In Sachsen erfolgen seither konstant rund 3.900 Existenzgründungen pro Jahr. Damit entfällt etwa jede vierte Gründung auf die Freien Berufe, womit Sachsen über dem Bundesdurchschnitt rangiert.

Fazit
Nach mehrjährigen Rückgängen hat sich das Gründungsgeschehen in Sachsen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Gründe für die verhaltende Gründungsdynamik sind vielfältig: Insbesondere die anhaltend gute Arbeitsmarktsituation stellt potenzielle Gründer verstärkt vor die Wahl zwischen einer abhängigen Beschäftigung oder dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Trotz verschiedener Gründungswege werden Neugründungen bevorzugt. Zudem hält der Trend an, sich in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern wie Beratung, Softwareengineering, Ingenieurdienstleistungen und freien Kulturberufen selbstständig zu machen.

Gründerreport Sächsisches ExistenzgründerNetzwerk 2015