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Der richtige Standort | Grundlage für einen guten Start

veröffentlicht am 07. Juni 2016 von Manuela Glöckner in Allgemein, Gründung, Tipps und Tricks

Für viele Unternehmen ist der Standort ein entscheidender Faktor für den zukünftigen Erfolg - sei es im Verkauf oder in der Produktion. Die Entscheidung für oder gegen einen Standort berührt alle wichtigen Faktoren eines Unternehmenskonzeptes, wie Kunden, Lieferanten, Konkurrenz, Arbeitskräfte und Kosten. Das bedeutet: Ihr müsst einen Standort finden, der Euer Konzept und die Zielsetzung Eures Unternehmens am besten unterstützt. Dafür solltet Ihr herausarbeiten, welche Bedeutung "ein" Standort für den Unternehmenserfolg hat. Ob Büro, Ladengeschäft, Produktionsstätte oder Labor - nehmt Euch Zeit für die Standortplanung.
Welcher Standort der richtige ist, hängt von den Besonderheiten Eures Vorhabens ab. Dabei ist das "wegtechnisch Angenehmste" nicht automatisch das "erfolgversprechende Eigentliche"! Denn, auch wenn Ihr gleich um die Ecke wohnt, muss dort nicht Eure umsatzbringende Zielgruppe "schlendern".

Der Einzelhandel braucht Laufkundschaft wohingegen das produzierende Gewerbe meist ins Gewerbe- bzw. Industriegebiet muss. Doch wie sieht es beispielsweise mit Architekturbüros, Arztpraxen oder Dienstleistungsunternehmen aus?

Stellt fest, welche Standortfaktoren für Euch wichtig sind. Passen der Betriebssitz und das Umfeld zu Eurem Vorhaben? Unterscheiden könnt Ihr zwischen harten und weichen Standortfaktoren.

Harte Standortfaktoren
lassen sich in Daten und Zahlen wiedergeben und haben messbaren Einfluss auf die Unternehmenstätigkeit. Zu den wichtigsten harten Standortfaktoren gehören:
  • Kunden: Nähe und Kaufkraft?
  • Zulieferer: Nähe und Qualität?
  • Konkurrenten: Nähe und Leistungsspektrum?
  • Kooperierende Unternehmen: Nähe und Leistungsspektrum?
  • Gewerbeflächen: Verfügbarkeit und Kosten?
  • Gewerbesteuer: Höhe?
  • Miete bzw. Pacht: Miet- bzw. Pachtkosten?
  • Arbeitskräfte: verfügbar und qualifiziert?
  • Forschung und Entwicklung: wissenschaftliches Umfeld?
     
Weiche Standortfaktoren
sind schwer messbar und haben in der Regel weniger Einfluss auf die konkrete Unternehmenstätigkeit. Sie können aber eine wichtige Rolle für die Arbeitsmotivation und Verfügbarkeit von Arbeitskräften spielen.
  • Kommunale Verwaltung: Bearbeitungszeiten und Service?
  • Beratungsangebote: vor Ort?
  • Image: attraktiv für Mitarbeiter?
  • Lebensqualität: attraktiv für Mitarbeiter?

 

Büros | Lagerflächen | Läden | Praxen | Werkstätten | "häusliches Arbeitszimmer"

Viele Freiberufler oder Dienstleister starten erst einmal von zu Hause aus und richten sich ein Arbeitszimmer ein. Geht aber auf Nummer sicher und fragt Euren Vermieter um Erlaubnis.
Wenn die Arbeit im Home Office nichts für Euch ist, dann müsst Ihr Euch nach einem externen Büro umsehen. Hierbei ist die Wahl der richtigen Büroräume von großer Bedeutung. Faktoren wie Ausstattung und Lage solltet Ihr unbedingt in den Entscheidungsprozess für das Büro einbeziehen.

Angemessenheit
  • Auf die Größe achten
    Bietet das Büro genügend Raum für die Aufgaben, die es erfüllen soll? Beachtet den geplanten Personaleinsatz, notwendige Besprechungsräume …
  • Auf die Ausstattung achten
    Verfügen die Büroräume über moderne Infrastruktur (IT, Telekommunikation)?
  • Lage und Attraktivität:
    Ist Euer Büro gut erreichbar? Ist der Standort attraktiv für Mitarbeiter und Kunden?
     
Kosten
  • Laufende Kosten:
    Wie hoch sind die Mietkosten, welche zusätzlichen Kosten können auf Euch zukommen?
  • Gewerbesteuer:
    Vergleicht die Gewerbesteuersätze der angrenzenden Gemeinden - hier können sich größere Unterschiede ergeben.
     
Faktor Erweiterung
  • Auslastung:
    Prüft bereits im Vorfeld, wenn Ihr ein Büro mietet, wie die Auslastung des Gebäudes ist oder dass es in der Nähe Alternativen für zusätzliche Büroräume gibt.

Möglichkeiten gibt es auch in Gründerzentren. Diese bieten meist günstige Gewerbe- oder Büroräume an, die darüber hinaus auch durch einen zentralen Sekretariatsservice, Weiterbildungsveranstaltungen u.a. ergänzt werden können. Eine Übersicht bietet der ADT Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren an. Sogenannte Coworking Spaces gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Die Betreiber bieten Arbeitsplätze mit Internetzugang einschließlich gängiger Büroinfrastruktur zur Miete an: stunden-, tage-, monatsweise, dauerhaft. Coworkern geht es meist nicht allein um die Büro- oder Werkstatt-Hardware. Mindestens genauso wichtig ist der Austausch mit anderen Coworkern.
 

Standortsicherung und baurechtlicher Rahmen

Vor der Neueinrichtung eines Gewerbes, aber auch vor der Änderung einer gewerblichen Nutzung solltet Ihr stets prüfen, ob eine Genehmigung bei der Baugenehmigungsbehörde (Bauordnungsamt) eingeholt werden muss. Der Antrag dafür trägt zwar die Bezeichnung "Bauantrag", mit der beabsichtigten gewerblichen Nutzung müssen aber nicht zwingend bauliche Maßnahmen gemeint sein.
Auch die Änderung einer Nutzung von Wohnen zu gewerblicher Nutzung oder von einer gewerblichen Nutzung zu einer anderen (z. B. vorher Büro, dann Gastronomie) kann baugenehmigungspflichtig sein.
Für das Anbringen von Werbeanlagen an der Fassade ist in den meisten Fällen eine Baugenehmigung erforderlich.

Ob, und wie gebaut oder ein Gebäude genutzt werden kann, wird durch gesetzliche Regelungen bestimmt. Auf der Bundesebene sind Baugesetzbuch (BauGB) und Baunutzungsverordnung (BauNVO) die wichtigsten Regelungen für Fragen, die die Einordnung eines Vorhabens in seine Umgebung betreffen.
Für ein Vorhaben können neben den baurechtlichen Bestimmungen auch Regelungen z. B. zum Immissionsschutz, Naturschutz, Denkmalschutz oder das Wasserhaushaltsrecht wichtig sein.

Die jeweilige Kommune bereitet das Baurecht für Projekte im Flächennutzungsplan und in Bebauungsplänen vor. Im Flächennutzungsplan trifft sie die Entscheidung, wo beispielsweise gewerbliche Nutzung (gewerbliche Bauflächen G), Mischnutzung Wohnen/Gewerbe (Mischbauflächen M) oder Wohnnutzung (Wohnbauflächen W) weiterentwickelt werden soll.
Durch einen Bebauungsplan schafft die Kommune Baurecht, das für alle im Plangebiet vorhandenen und vorgesehenen Nutzungen verbindlich ist.

Durch Gestaltungs- oder Werbeanlagensatzungen kann die Kommune Einfluss nehmen auf die Gestaltung von Gebäuden (z.B. Materialien, Schaufensterbreite, Werbeanlagen) und Grundstücken (z.B. Einfriedigungen). In der Kommune kann es auch Regelungen für das Herstellen von Stellplätzen beziehungsweise Garagen geben (Stellplatzsatzung, Stellplatzablösesatzung).

Zur Steuerung des Einzelhandels haben viele Kommunen Einzelhandelskonzepte beschlossen. Sie enthalten neben einer gründlichen Analyse der Angebots- und Nachfragesituation auch die Abgrenzung von Bereichen, in denen der Einzelhandel entwickelt werden soll (zentrale Versorgungsbereiche, Nahversorgungsbereiche). Die Konzepte geben Hinweise auf Entwicklungspotenziale und die Sortimente, die für die Entwicklung der jeweiligen Innenstadt wichtig sind.

Quellen: www.existenzgruender.de

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