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Gründungswillige Migranten befeuern die Gründerszene

veröffentlicht am 26. November 2020 von in Allgemein, Gründung

Laut einer Studie des KfW-Gründungsmonitors der Kreditanstalt für Wiederaufbau wagen immer mehr Migranten den Sprung in die Selbstständigkeit. So wurden von 605.000 Existenzgründungen im Jahr 2019 in Deutschland 160.000 Unternehmen von Gründern mit Migrationshintergrund hervorgebracht. Das entspricht 26 Prozent aller Unternehmensgründungen sowie einem Anstieg von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Auch relativ gesehen erweisen sich Migranten als besonders gründungswillig. Bei einem Bevölkerungsanteil von 18 % machen sie 23% der Gründungen aus. Man kann also davon ausgehen, dass Gründer mit ausländischen Wurzel immer mehr an Bedeutung gewinnen und somit eine zukunftsfähige Wirtschaft Deutschlands mitgestalten.

Da Migranten des Öfteren schlechte Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben, sind sie zum einen gezwungen, andere Wege in die Erwerbstätigkeit zu finden und zum anderen besitzen sie häufig eine ausgeprägtere Risikobereitschaft. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die Vorbildwirkung von selbstständigen Verwandten und Bekannten.

Den größten Teil machen mit mehr als zwei Dritteln aller Existenzgründungen durch Migranten die Wirtschaftszweige Handel, Baugewerbe, Gastgewerbe, Verkehr und Kommunikation aus. Das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim hat jedoch ausgemacht, dass die Gründungen im Gastgewerbe durch Gründer mit Migrationshintergrund rückläufig sind, wohingegen Existenzgründungen im Bereich wissensintensiver Dienstleistungen deutlich zugenommen haben.

Nach Erfahrungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sind Existenzgründer mit ausländischen Wurzeln deutschstämmigen Gründern nicht unterlegen. Während sie im kaufmännischen Bereich teils sogar besser aufgestellt sind, kämpfen sie mitunter mit sprachlichen Barrieren und bürokratischen Hürden. Um die Nachhaltigkeit migrantischer Geschäftskonzepte zu stärken, sollten diesen "Bürokratie-Lotsen" zur Seite gestellt werden.

Bei der Bewältigung dieser Hürden stehen die sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern mit Beratungen, Seminaren und weiterführenden Veranstaltungen zur Seite.

Unter dem folgenden Link stehen weitere Informationen und hilfreiche Tipps zu dem Thema zur Verfügung. "Existenzgründungen durch Migrantinnen und Migranten"

Autor: Julia Kischko | IHK Dresden