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Das nächste Level für Elektromotoren - Gründer berichten

veröffentlicht am 11. Januar 2021 von in Geschichten | Portraits | Interviews

IHK: Herr Arnold, Sie haben im Juli 2020 die Additive Drives GmbH gegründet und an der TU Bergakademie Freiberg den Exist Forschungstransfer gestartet. Was ist der Kern Ihrer Unternehmensidee?

Philipp Arnold: Mit dem 3D-Druck von Elektromotor-Komponenten starten wir unsere Geschäftstätigkeit. Im Fokus stehen Kupferwicklungen, Hauptbestandteil eines jeden Elektromotors. Der passgenaue 3D-Druck bringt Elektromaschinen in ungeahnte Leistungs- und Wirkungsgradbereiche. Die vereinfachte Herstellung - direkt aus den CAD-Daten des Konstrukteurs - ermöglicht zudem kürzere Entwicklungs- und Testzyklen.

IHK: Sie haben sich parallel in zwei aktuellen Technologietrends aufgestellt. Die Möglichkeiten im 3D-Druck sind noch nicht ausgelotet und Elektromobilität wird politisch gefordert. Wie kombinieren Sie die Chancen in beiden Feldern?

Philipp Arnold: Die Entwicklungsdauer von Antriebssystemen im Automobilbereich liegt bei ca. drei Jahren. Die Fertigung von Prototypen nimmt davon mindestens sechs Monate ein. Grund dafür sind komplexe Wickelwerkzeuge, die es zu fertigen und einzurichten gilt. Das Kupfer 3D-Druckverfahren benötigt keine zusätzlichen Werkzeuge und verkürzt die Fertigungszeit auf wenige Tage. Damit wird ein schnelleres Testing sowie ein kürzerer Markteintritt möglich. Daneben konnten wir die Leistungsausbeute durch dichtere Kupferwicklungen um bis 45 % erhöhen. Wir müssen keine Kompromisse bei Geometrien machen und können so optimierte Querschnitte herstellen. Die Anwendung ist zudem nicht auf den Automobilbereich begrenzt.

IHK: Weshalb haben Sie sich den Unternehmensstandort in Halsbrücke bei Freiberg ausgewählt?

Philipp Arnold: Zum einen sichert uns der Standort die Nähe zur TU Bergakademie Freiberg. Zum anderen finden wir dort die notwendige Infrastruktur für unsere Fertigung. Der Druck des Kupfers ist nur der erste Prozessschritt auf dem Weg zum Elektromotor. Weitere Bearbeitungsschritte, wie z.B. Isolierungen sind essenziell und müssen ebenfalls realisiert werden. Außerdem arbeiten wir mit Unternehmen aus der Region zusammen.

IHK: Welche Unternehmen profitieren von Ihrer Dienstleistung und den Produkten?

Philipp Arnold: Neben Automotive Unternehmen arbeiten wir mit Mittelständlern zusammen. Die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, ist hier besonders hoch. Elektromotoren finden sich in einer Vielzahl von Systemen wieder - so können wir auch Werkzeugmaschinenspindeln optimieren. Wir glauben deshalb, dass wir auch in Sachsen, wo der Werkzeugmaschinenbau auf eine besonders beeindruckende Vergangenheit zurückblicken kann, neue Impulse und Vorteile erzielen können.

IHK: Gibt es unternehmerische Herausforderungen, die Sie uns verraten möchten?

Philipp Arnold: In den kommenden Jahren wollen wir kontinuierlich wachsen und uns als solider Mittelständler etablieren. Wir werden hierbei kräftig in die Entwicklung investieren. Der Spagat zwischen Kundenprojekten, Unternehmensaufbau sowie Entwicklung fordert uns jeden Tag-im positiven Sinne!

www.additive-drives.de