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GRÜNDERPORTRAIT # 18: Potenzialentwicklung mittels Daten - Gründer berichten

veröffentlicht am 10. Februar 2021 von in Geschichten | Portraits | Interviews

IHK: Frau Dr. Fanke, Sie haben 2019 das Startup d-opt in Neumark gegründet. Was ist der Kern Ihrer Unternehmensidee?

Dr. Susanne Franke: Wir haben festgestellt, dass in unzähligen Unternehmen ein großes ungenutztes Potenzial vorhanden ist: Es werden immer mehr Daten automatisch gespeichert, aber nicht näher untersucht. Ursache sind mangelnde Zeit oder der unterschätzte Wert der Daten. Genau da setzen wir an: Wir helfen den Unternehmen beim Erkennen dieser Potenziale und unterstützen sie bei der Umsetzung, ohne dass sie in neue Betriebsmittel investieren oder ihre Produktionslinie stark verändern müssen. Dafür analysieren wir vorhandene Daten, bilden Vorgänge in mathematischen Modellen ab und lösen diese, indem wir KI-gestützte Software implementieren. Die Unternehmen können zum Beispiel beim Einrichten einer Maschine einen wesentlichen Anteil Rüstzeit sparen, da die optimalen Parametereinstellungen so deutlich schneller gefunden werden.

IHK: Sie haben sich in einem völlig neuen Themenfeld aufgestellt. Folgt Ihr Angebot einem Trend oder gibt es bereits Umsetzungen in regionalen Unternehmen?

Dr. Susanne Franke: Natürlich ist Digitalisierung derzeit ein wichtiges Thema. Viele Unternehmen beginnen nach Möglichkeiten zur Nutzung ihrer Daten zu suchen. Hierbei unterstützen wir sie mit unseren Datenanalysen und treffen auf positives Feedback. Das ist, denke ich, einer der Gründe, weshalb wir seit unserer Gründung mit sächsischen Produktionsunternehmen unterschiedlicher Branchen in Kontakt stehen und diese als Kunden gewinnen konnten, sodass wir schon an Projekten arbeiten.

IHK: Müssen die Mitarbeiter der Unternehmen bereits vorqualifiziert sein um Ihre Dienstleistung mit Mehrwert nutzen zu können?

Dr. Susanne Franke: Unser Ziel ist es, bei den Unternehmen vorhandenes Verbesserungspotenzial zu erkennen und nutzbar zu machen. Dabei werden die bestehenden Prozesse nicht komplett verändert, die Mitarbeiter müssen sich nicht völlig neuen Situationen stellen. Ich denke eher, dass interessante Synergieeffekte entstehen: Wir haben das für die erfolgreiche Datenauswertung unerlässliche Know-how, und die Mitarbeiter bringen das spezifische Fachwissen über ihre Prozesse ein. Wir stimmen uns immer sehr eng mit der entsprechenden Abteilung ab, um die Prozesse, die wir analysieren, genau zu verstehen und eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln. Die Mitarbeiter sind in den Verbesserungsprozess eng eingebunden und dazu qualifiziert, das von uns ermittelte Ergebnis der Analyse anzuwenden.

IHK: Gibt es Herausforderungen, die Sie uns verraten möchten?

Dr. Susanne Franke: In der Umsetzung der Datenanalyse sehen wir keine großen Schwierigkeiten, aber als junges Unternehmen ist für uns die Akquise neuer Kunden eine Herausforderung. Umso wichtiger ist die Arbeit in Netzwerken und die Erschließung neuer Kommunikationswege, um unsere Leistungen bekannt zu machen.

IHK: Wir wünschen viel Erfolg beim Unternehmensaufbau.

www.d-opt.de